Von 3 Wochen Quartalsreporting zu 3 Tagen. Wie Meyer Vermögen 3.500 Einheiten aus SAP RE-FX in 150 Tagen migriert hat.
„Wir haben vorher jedes Quartal zwei Wochen lang Excel verbunden. Heute klicken wir einmal auf 'INREV-Export'."
Kennzahlen auf einen Blick
- 3.500
- Einheiten Mixed-Use
- 40
- SPVs konsolidiert
- 150 d
- Migration total
- −86 %
- Quartalsreporting-Zeit
- −88 %
- LP-Report-Erstellung
- −38 %
- WP-Audit-Kosten
Über Meyer Vermögen GmbH
Meyer Vermögen GmbH ist ein deutsches Family Office der zweiten Generation mit Sitz in Frankfurt am Main. Das Portfolio umfasst rund 3.500 Wohn- und Gewerbe-Einheiten, verteilt auf vier Bundesländer. Die Struktur ist historisch gewachsen: 40 SPVs unter einem Dach-Treuhänder, sieben Kommanditgesellschaften für Drittkapital (LPs), plus eine direkt gehaltene Gewerbe-Linie.
Das operative Setup war – höflich formuliert – vielfältig. Zwei externe Hausverwaltungen arbeiteten auf DOMUS 4000, eine dritte auf Aareon Wodis, eine vierte auf Haufe Power Haus. Die direkt gehaltene Gewerbe-Linie lag in SAP RE-FX. Daneben gab es einen Architrave-Datenraum für LP-Dokumente, einen Excel-Data-Mart für die Konsolidierung und eine dedizierte Power-BI-Instanz für das Monatsreporting.
Das Family Office beschäftigt 14 Mitarbeitende, davon vier in Finance/Controlling und drei in Asset Management. Frau Dr. Menzel ist seit 2022 Prokuristin und Head of Asset Management und hat die Digitalisierungs-Initiative persönlich verantwortet.
Ausgangslage: Fragmentierte Daten, drei Wochen Quartalsreporting
Die Konsolidierung über vier externe HV-Systeme plus SAP RE-FX war ein monatliches Excel-Fest. Jeden dritten Werktag des Folgemonats begann der Konsolidierungs-Lauf: CSV-Exports aus DOMUS, Wodis und Power Haus, manuelle Import-Masken, Abgleich mit dem SAP-Hauptbuch, Plausibilitätsprüfungen im Data-Mart.
Das Quartalsreporting dauerte am Ende dieses Prozesses drei volle Wochen. Die LP-Reports nach INREV-Standard kamen 4,5 Wochen nach Quartalsende heraus – an der Grenze der vereinbarten Berichts-Fristen. Die WP-Audit-Vorbereitung benötigte zusätzliche 40 Mitarbeiter-Tage pro Jahr, weil die Prüfer:innen für jede Kennzahl die Excel-Herleitung einzeln durchgehen mussten.
Anfang 2025 kam der CSRD-Druck dazu. Das Audit-Gespräch mit einer Big-Four-Kanzlei ergab: Ohne strukturierte Datenhaltung sind die ESG-Reporting-Pflichten ab 2026 nicht erfüllbar. Parallel kündigte einer der externen Verwalter an, die DOMUS-Instanz Mitte 2026 abzuschalten. Der Handlungsdruck war konkret.
Intern standen drei Optionen im Raum: (1) Der bisherige Setup mit einem zusätzlichen ESG-Tool aufrüsten, (2) auf SAP RE-FX S/4HANA migrieren und alle anderen Systeme ablösen, (3) eine Mid-Market-Plattform evaluieren. Die ersten beiden Optionen hätten zusammen rund 2,4 Mio. € Lizenz- und Implementierungskosten bedeutet.
Anforderungen: Konsolidierung, Investor-Reporting, ESG
Gemeinsam mit der Rechtsabteilung und dem externen Wirtschaftsprüfer definierte Meyer Vermögen einen Anforderungs-Katalog mit 47 Must-Have-Kriterien. Die fünf wichtigsten:
- 1.Multi-Mandanten-Konsolidierung über 32 SPVs plus 7 LP-Strukturen in einem Datenmodell, mit rechts-sauberer Trennung je Mandant.
- 2.Investor-Reporting nach INREV inklusive NAV-Berechnung, Distribution-Waterfall und LP-Portal mit Self-Service-Downloads.
- 3.CSRD-ESRS-E1-Bereitschaft bis Q1/2026, mit belastbarer Datenbasis für Scope-1–3-Emissionen und CRREM-Pathway-Abgleich.
- 4.Cashflow-Forecast ±5 % auf Quartals-Sicht für alle SPVs und LPs.
- 5.Migrations-Risiko steuerbar – Pilotphase vor Vertragsabschluss, Parallelbetrieb mit SAP, 30-Tage-Rollback- Fenster, verbindlicher Endzeitpunkt.
Implementierung: 8-Wochen-Pilot vor Vertragsabschluss
Der erste verbindliche Schritt war eine Pilotphase über 200 Einheiten aus einem kleinen Test-SPV. Ziel: Datenmodell-Mapping vollständig durchziehen, Migration auf Feld-Ebene verifizieren, das neue Reporting gegen die Excel-Welt parallel laufen lassen. Die Pilotphase lief 8 Wochen und wurde mit einem gemeinsamen Review-Termin zwischen CFO, ImmoSuite-Pro-Migrations-Team und dem externen Wirtschaftsprüfer abgeschlossen.
Nach Freigabe der Pilotphase wurde der Vertrag über ein Enterprise-Migrations-Paket mit T&M-Cap unterzeichnet. Die Full-Migration lief in drei Wellen:
- Welle 1 (Tag 0–60): Die beiden DOMUS-basierten SPVs (1.100 Einheiten). Nächtlicher ETL mit Data-Quality-Scoring. Die drei größten Daten-Probleme (Mietzins- Historie, CapEx-Aktivierung, Kautions-Verwaltung) wurden in der ersten Woche identifiziert und mit dem Kunden-Team gelöst.
- Welle 2 (Tag 45–105): Wodis- und PowerHaus-Bestände (1.200 Einheiten). Parallel dazu lief die erste Welle bereits im produktiven Reporting.
- Welle 3 (Tag 90–150): SAP-RE-FX-Ablösung für die direkt gehaltene Gewerbe-Linie (500 Einheiten), inklusive CapEx-Historie und Indexierungs-Logik.
Die SAP-RE-FX-Instanz lief während der gesamten Welle 3 und weitere 30 Tage parallel weiter (Rollback-Fenster). Das LP-Portal wurde 30 Tage vor Q1/2026 aktiviert, um vor dem ersten INREV-Reporting eine Eingewöhnungsphase zu haben.
Lösung: Welche ImmoSuite-Pro-Module im Einsatz sind
Meyer Vermögen nutzt das Enterprise-Tier mit fünf Modulen. Das Setup wurde bewusst ohne Atlas KI-Telefon gestartet – die Telefonie-Integration folgt im zweiten Quartal 2026.
Multi-Mandant
32 SPVs + 7 LPs in einem Datenmodell, rechts-saubere Mandanten-Trennung, gemeinsame Stammdaten.
Investor-Reporting
INREV-Standard, NAV-Berechnung, Distribution-Waterfall, LP-Portal mit SSO und Self-Service-Downloads.
Portfolio-Management
NOI-Bridges, Portfolio-Dashboard, Peer-Benchmarking, CapEx-Planung mit Prio-Scoring.
Cashflow-Forecast
Rollierender 5-Jahres-Forecast, Scenario-Analyse, LP-Distribution-Planung, Sensitivitäten.
ESG / CRREM
CRREM-Pathway je Gebäude, CSRD-ESRS-E1-Reporting, GRESB-Datenexport, EU-Taxonomie Art. 7.
Ergebnisse nach drei Quartalen im Produktivbetrieb
Die Migration wurde am Tag 148 formal abgeschlossen – zwei Tage vor dem vereinbarten Endtermin. Die Rollback-Option wurde nicht gezogen. Die SAP-RE-FX-Instanz wurde nach weiteren 30 Tagen abgeschaltet.
- Quartalsreporting: 3 Wochen → 3 Tage (−86 %)
Der Konsolidierungs-Lauf startet heute automatisch am ersten Werktag des Folgemonats, das fertige Reporting liegt am dritten Werktag auf dem Tisch. - LP-Report-Generierung: 4 Tage → 0,5 Tage (−88 %)
Die INREV-Exports laufen über das LP-Portal. Die CFO muss nur noch das Narrative (2 Seiten) selbst verfassen und freigeben. - WP-Audit-Kosten: −38 %
Die Prüfer:innen können je KPI auf die Herleitung in ImmoSuite Pro klicken. Die Audit-Vorbereitung sank von 40 auf 25 Mitarbeiter-Tage pro Jahr. - NOI-Bridge: 12 Tage → 3 Tage
Portfolio-Level-NOI-Bridges für das Gesamt-Portfolio sind an einem halben Tag fertig. - Cashflow-Forecast-Genauigkeit: ±3,8 %
Der Forecast-Error für das Quartal Q4/2025 lag bei 3,8 % – unter dem ursprünglichen ±5 %-Ziel. - CSRD-ESRS-E1 bereit: Q1/2026
Alle Scope-1–3-Emissionen sind je Gebäude erfasst. Der erste CSRD-Report wurde im März 2026 fristgerecht an den Prüfer übergeben.
Outlook: Atlas KI, LP-Portal-Ausbau, zweite Phase
Für 2026 plant Meyer Vermögen drei Erweiterungen: (1) Atlas KI-Telefon für die Mieter-Hotline der Gewerbe-Linie, (2) ein erweitertes LP-Portal mit Scenario-Previews für Distribution- Planung, und (3) die Integration eines CO2-Zertifikats-Handels- Moduls im Rahmen des nationalen Emissionshandels für Gebäude.
Die Prokuristin bewertet das Projekt nach 12 Monaten Live-Betrieb als vollen Erfolg – auch weil die internen Mitarbeitenden eine spürbare Entlastung bei repetitiven Aufgaben erlebt haben.
„Die 150 Tage haben wehgetan. Aber der Moment, als ich im Januar 2026 die erste INREV-Kennzahl per Klick statt per Excel-Makro gezogen habe – das war der Tag, an dem das Projekt bezahlt war."
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